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23.01.2012
Massenstart der Frauen geht an die Weißrussin Darya Domracheva

Der letzte Frauenbewerb der Damen ging am Sonntag in Antholz an die Weißrussin Darya Domracheva. Die 25-Jährige aus Minsk setzte sich im 12,5-km-Massenstart vor 20.000 Zuschauern vor der Slowakin Anastasiya Kuzmina und der Deutschen Magdalena Neuner durch und feierte ihren dritten Saisonsieg im Weltcup. Die beiden Südtirolerinnen am Start, Michela Ponza und Katja Haller, mussten sich mit dem 22. bzw. 29. Rang begnügen.

Im Vorjahr gewann Domracheva im Massenstart WM-Silber, heute bewies sie in Antholz in dieser Disziplin erneut ihre Klasse, obwohl sie beim ersten Schießen zwei Scheiben stehen ließ. Dann blieb sie aber am Schießstand fehlerlos und gewann mit 25,2 Sekunden Vorsprung auf Kuzmina und 32,1 auf Neuner. Beide patzten beim letzten Stehend-Schießen: Kuzmina verfehlte eine Scheibe, Neuner sogar zwei und verschenkte somit ihren 30. Weltcupsieg. Domracheva feierte heute ihren ersten Sieg in Antholz, nach einem zweiten Platz im Sprint 2009 und drei dritte Plätze in der Verfolgung 2009, im Massenstart 2010 und im Sprintrennen am vergangenen Donnerstag.

In der Weltcupwertung verkürzt Domracheva ihren Rückstand auf die Führende Magdalena Neuner auf 57 Zähler. Dritte ist die Finnin Mäkäräinen, die heute fünfmal daneben schoss, aber trotzdem noch Elfte wurde. Die Norwegerin Tora Berger ist Vierte. Auch im heutigen Massenstart wurde sie Vierte, vor Svetlana Sleptsova, Vita Semerenko und Olga Zaitseva. In der Disziplinenwertung führt hingegen Neuner vor Berger und Domracheva.

Enttäuschend verlief das Rennen für die einheimischen Biathletinnen. Die Grödnerin Michela Ponza wurde mit einem Fehler beim Schießen 22. mit 2.30,0 Minuten Rückstand, Katja Haller aus Ridnaun 29. (+3.45,9/1).



Ergebnisliste 12,5 km Massenstart Frauen - Antholz (22. Jänner 2012)

1. Darya Domracheva (BLR) 35.03,6 (2 Fehler am Schießstand)
2. Anastasiya Kuzmina (SVK) +25,2 (1)
3. Magdalena Neuner (GER) +32,1 (2)
4. Tora Berger (NOR) +53,1 (3)
5. Svetlana Sleptsova (RUS) +55,7 (2)
6. Vita Semerenko (UKR) +56,5 (2)
7. Olga Zaitseva (RUS) +59,9 (2)
8. Helena Ekholm (SWE) +1.00,8 (1)
9. Marie Habert Dorin (FRA) +1.09,2 (1)
10. Teja Gregorin (SLO) +1.21,2 (1)
11. Kaisa Mäkäräinen (FIN) +1.36,3 (5)

22. Michela Ponza (St. Christina/ITA) +2:30,0 (1)
29. Katja Haller (Ridnaun/ITA) +3.45,9 (1)



Stimmern zum Rennen

Darya Domracheva (Weißrussland), Siegerin:
Es war heute ein sehr hartes Stück Arbeit für mich, denn nach dem ersten Schießen lag ich mit zwei Fehlern nur auf Rang 26. Wenn ich schlecht starte, dann scheint es so, als ob ich danach fast noch motivierter wäre. In Antholz laufe ich immer besonders gern. Die Strecke kommt auch meiner Technik entgegen. Mit meinem Coach habe ich noch nicht gesprochen, dazu war es nach dem Rennen zu hektisch. Aber er hat mich umarmt und ich habe aus seinen Augen ablesen können, dass er sehr glücklich ist.

Anastasiya Kuzmina (Slowakei), Platz zwei:
Ich habe in der vergangenen Woche intensiv mit Juraj Sanitra am Schießen gearbeitet, und wie man sieht, hat es sich sofort ausbezahlt. Deshalb bin ich ihm extrem dankbar. Er ist nicht nur ein super Trainer, sondern auch mein Psychologe. Ich danke aber auch allen, die mich in dieser letzten Zeit unterstützt haben. Heute war es ein anstrengendes Rennen und ein Test für meine Form. Darya und Magdalena sind sehr stark in der Loipe und ich bin froh, dass ich die Möglichkeit hatte mit ihnen hier zu kämpfen.

Magdalena Neuner (Deutschland), Platz drei:
Ich habe heute drei Mal super geschossen und beim letzten zwei Fehler gemacht. Das kann passieren. Ich sehe eher das Gesamtresultat, und mit dem bin ich durchaus zufrieden. Ich wusste, dass es brutal schwer werden wird und deshalb musste ich mir meine Kraft gut einteilen. Die bisherige Saison ist sicher die beste in meiner Karriere. Läuferisch geht es sowieso ganz gut und auch am Schießstand bin ich viel sicherer. Das letzte Rennen meiner Karriere in Antholz habe ich sehr genossen. In mir sind Erinnerungen an 2007 hochgekommen, als mit den drei WM-Titeln meine Karriere begann. Es ist schon ein Wahnsinn, wie man hier als deutsche Athletin angefeuert wird und einen die Leute in der Steigung hochbrüllen. Ich denke, dass ich mir mit dem dritten Platz ein schönes Abschiedsgeschenk gemacht habe und dass es ein toller Abschluss hier in Südtirol war.


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