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20.01.2012
Schwede Fredrik Lindström gewinnt Sprintbewerb in Antholz

Fredrik Lindström hat am Freitag in Antholz vor über 10.000 Zuschauern den 10-km-Sprint der Männer gewonnen. Der 22-jährige Schweden feierte seinen ersten Weltcup-Erfolg. Überhaupt scheint ihm Antholz besonders zu liegen, denn schon im Vorjahr belegte er auf dieser Strecke den 8. Rang. Platz zwei ging an den Russen Evgeniy Garanichev, Dritter wurde der Franzose Martin Fourcade, der mit diesem Podestplatz auch die Führung im Gesamtweltcup übernahm Als bester „Azzurro“ belegte der Montaler Lukas Hofer den ausgezeichneten 10. Platz, obwohl er am Schießstand zwei Scheiben stehen ließ.

Noch nie zuvor stand Lindström auf dem Podium eines Weltcupbewerbs. Heute sorgte er mit einer perfekten Leistung, sowohl in der Loipe als auch am Schießstand, für die Überraschung des Tages. Nach dem ersten Schießen lag er noch knapp hinter Arnd Pfeiffer auf dem zweiten Platz, dann fiel de Deutsche zurück, während Lindström fehlerlos blieb und den Sprint in 24:37.9 Minuten souverän für sich entschied. Der Russe Evgeniy Garanichev und der Franzose Martin Fourcade, die ebenfalls alle Scheiben trafen, lagen 18,2 bzw. 19,1 Sekunden zurück. Auch für Garanichev ist der zweite Platz sein bisher bestes Weltcupergebnis. Im Vorjahr beendete er in Antholz den Sprint auf Rang 13. Fourcade feierte hingegen seinen sechsten Podestplatz in diesem Winter, nach zwei Siegen, zwei zweite Plätze und nun auch zwei dritte Plätze. Vor zwölf Monate hatte Fourcade in Antholz den Massensprint gewonnen.

Die deutsche Mannschaft musste sich mit den Rängen 4 und 5 begnügen. Andreas Birnbacher wurde mit 23,2 Sekunden Rückstand auf den Sieger Vierter. Er zeigte beim Laufen die gewohnt starke Leistung, schoss aber einmal daneben. Arnd Peiffer brach hingegen auf den letzten Klometern ein und musste sich mit Rang 5 zufrieden geben. Titelverteidiger Anton Shipulin kam hingegen heute, nach zwei Fehlern am Schießstand, nicht über den 8. Platz hinaus.

Publikumsliebling Lukas Hofer belegte den ausgezeichneten 10. Rang, zeitgleich mit dem Schweizer Benjamin Weger. Schade, denn hätte der Montaler nicht einmal liegend und einmal stehend daneben geschossen, dann wäre heute sogar ein Platz auf dem Stockerl möglich gewesen. Rene Laurent Vuillermoz wurde 24., während Dominik Windisch (58.), Christian De Lorenzi (69.) und Markus Windisch (74.) enttäuschten.

Mit dem heutigen 3. Platz übernahm der Franzose Martin Fourcade sowohl die Führung im Gesamtweltcup als auch in der Disziplinenwertung. Im Gesamtweltcup führt er vor Svendsen und Birnbacher; in der Sprintwertung vor Svendsen und Bergman.

Morgen stehen in Antholz zwei Rennen auf dem Programm. Um 12.45 Uhr beginnt das Staffelrennen der Frauen, während um 15.15 Uhr die Männer den Massenstart austragen.



Ergebnisse 10 km-Sprintbewerb Männer - Antholz (20. Jänner 2012)

1. Fredrik Lindström (SWE) 24.37,9 (0)
2. Evgeniy Garanichev (RUS) +18,2 (0)
3. Martin Fourcade (FRA) +19,1 (0)
4. Andreas Birnbacher (GER) +23,2 (1)
5. Arnd Pfeiffer (GER) +27,9 (0)
6. Evgeny Ustyugov (RUS) +46,7 (1)
7. Björn Ferry (SWE) +48,0 (0)
8. Anton Shipulin (RUS) +58,3 (2)
9. Jakov Fak (SLO) +59,0 (2)
10. Benjamin Weger (SVI) +1.01,1 (1)
10. Lukas Hofer (Montal/ITA) +1.01,1 (2)

24. Rene Laurent Vuillermoz (ITA) +1.28,4 (1)
58. Dominik Windisch (Rasen/ITA) +2.26.6 (3)
69. Christian De Lorenzi (ITA) +2.40,7 (3)
74. Markus Windisch (Rasen/ITA) +2.45.4 (2)



Stimmen zum Rennen


Fredrik Lindström:
Diesen Sieg hätte ich mir nie und nimmer erwartet, obwohl ich mich seit dem Jahreswechsel in einer guten Form befinde und es zuletzt sehr gute Ergebnisse für mich gegeben hatte. Heute waren ein schneller Ski, aber auch eine gute Schießleistung notwendig. Ich hatte beides. Vor allem am Schießstand war ich heute sehr sicher. Ob ich mir nun eine WM-Medaille wünsche? Natürlich, aber es gibt sehr viele starke Biathleten, die das ebenfalls tun.

Evgeniy Garanichev:
Ich bin sehr glücklich, dass es für mich heute zum ersten Mal für das Podium gereicht hat. Heuer musste ich im Weltcup einige Rennen auslassen, weil wir ein sehr starkes Team haben und andere besser waren. Durch die zwei Siege beim IBU-Cup in Obertilliach bin ich wieder zurück in die Weltcup-Mannschaft gekommen. Ob ich mich als Jungstar sehe, weil ich im selben Jahr (1988, Anm. d. Red.) wie Tarjei Boe oder Martin Forcaude geboren wurde? Nein, ich sehe mich nicht als Star. Ich mache einfach meine Arbeit und versuche mit den Besten so gut als möglich mitzuhalten.

Martin Forcaude:
Dass ich das gelbe Trikot zurückerobern konnte macht mich natürlich sehr froh und ist für mich ein tolle Gefühl. Deshalb bin ich mit meiner bisherigen Saison sehr zufrieden. Und auch für den Massenstart morgen habe ich sehr viel Selbstvertrauen. Bei uns gibt es derzeit sehr viele Athleten, die um den Sieg mitlaufen können, während es bei den Frauen vielleicht vier bis fünf „Außerirdische“ gibt. Im vergangenen Jahr war es bei uns ähnlich, denn da haben bei den Männern vier, fünf Biathleten den Sieg unter sich ausgemacht. Man sieht, wie schnell sich alles ändern kann im Biathlon.


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